Wie fing alles an? Ich glaube die großen Titten von Gertrud in der Uni, wo ich damals Hausmeister war. Ich konnte nur Eindruck schinden, indem ich ihr eine Geschichte schrieb. Ich wollte nicht, dass sie mich als Künstler entdeckt, sondern ich wollte eine junge Frau. Ich dachte im grauen Kittel wirst Du ja nicht ernst genommen. Ich wusste, dass man nicht studieren musste um gut zu sein. Ich war Hausmeister und was hätte Gertrud gedacht, wenn ich zu ihr ins Semester gekommen wäre? Ging ja gar nicht, ich war ja nach der Schule abgegangen und habe mich für die Handwerkerlehre entschieden. Also musste ich was tolles schreiben. Ich steckte die Geschichte in einen Briefumschlag, den ich in der Unibibliothek in das Buch legte, was Sie seit Tagen aus lieh. Sie hatte wohl eine Arbeit zu schreiben. Ich weiß nicht ob sie die ganze Geschichte von mir las.
Die Geschichte, die ich Gertrud schrieb:
Metzgereifachverkäuferinnen machen mich schwach. Ich weiß ich sollte Metzgereien meiden. Ich sollte generell meine Ernährung umstellen, das wäre auch gesünder. Aber alleine der Geruch einer Metzgerei schaltet mein Hormonsystem auf Autopilot um. Nichts ist schwerer als gegen seine Ernährungsgewohnheiten anzugehen. Genauso wie bei seinem sexuellen Verlangen. Nicht umsonst sind Dicke Menschen nur frustrierte Singels, auch!
Wenn ich geil bin oder Hunger habe sollte ich Metzgereien meiden. Vielleicht vorher eine Schnitte essen oder mir einen runter holen. Vielleicht hilft das. Wenn ich Hunger habe oder geil bin, dauert es nicht lange und ich gehe aus dem Haus und schaue mir durch die Schaufensterscheibe stundenlang fette Fleischfachverkäuferinnen an. Was, denn? Andere gehen in Sexshops, ja und?
Nach dem Sex frisst man gerne, auch! Das liegt daran, dass in Filmen zwar der abartige Sex gezeigt wird, aber nicht wie die danach sich eine Kippe in den Hals stecken. Die mit der Kippe, sind die schlankeren Menschen.
Aber Martha ist anders. Martha ist ein Vollweib, 90 kg und einen Körper zum rumsauen. An dem Abend als sie mich zu sich einlud zum Krakauer-Essen, kam wir nicht mal zum Vorspiel mit Wurst und Senf, sie riss mich gleich ins Bett und knipste das Licht aus. Dann drückte sie mich an ihre Brüste. Ich roch Ihre Haut: ALRAUCH. „Greif Zu, ist genug da!“ keuchte sie.
Kaum beiße ich rein, schmeißt sich auf mich. Ich bekomme kaum Luft. Hüpfburg, denke ich. Aber unter der Hüpfburg! Und die Hüpfburg ist nicht mit Luft gefüllt, sondern mit Fett. Fett ist schwerer als Luft, oder? Aber weicher. Wieviel Atü hat sie wohl in den Armen? Kann man Fett in Atü messen? Nein auf Ihren Armen sind Krater, da ist wenig Luft drauf. Klar ist Fett schwerer als Luft, es sitzt ja alles unten bei ihr.
Das liebe ich an fetten Fleischfachverkäuferinnen. Ihr Nacken ganz besonders und ihre Achseln. Ich schmecke Marinade und Pökelsalz. Marinade von Nackenkotlets. Dann beugt sie sich zu mir. Ihre dicke Rippe nimmt mir den Atem. Ihr Gesicht kommt mir nahe und Ihre Schweinebacken tragen weißen Flaum wie Borsten auf Speckschwarten. Daraus machen die Metzger die Schnitzel für die Pommesbuden. Von Sinnen greife ich runter zu ihrem Bauchlappen, Sie grunzt. Mir wird schwarz vor Augen, ich gehe nie werde mit leerem Magen raus.
Am Hinterschinken ziehe ich an einem Knubbel und lasse wieder los. Er rollt sich regelrecht zusammen. Sie quiekt.
Klar doch! Alles passt sich der Umgebung an. Paare sehen sich mit den Jahren immer ähnlicher, Hunde und Herrchen sind wie Zwillinge, selbst Autofahrer sehen aus wie ihre Autos mit der Zeit, auch!
Ich erreiche ihren Naturdarm, kalt und glatt. Meine Finger bohren immer tiefer rein. Sie entspannt sich und ihr entweicht ein leiser langanhaltenes dumpfes Geräusch. Na, das spart ja richtig Heizkosten, denke ich mir. Sie drückt mein Gesicht genau dort hin. „Greif zu, ist genug da“, grunzt sie. Meine Zunge ertastet Leberwurst, Kräuterleberwurst. Oh nein, denke ich. Gierig strecke ich meine Zunge rein, werde geil und gierig. Ich verschlinge alles. Zwischendurch beiße ich vom Schinken ab, schmeckt salzig. Sie zuckt.und zuckt und zuckt. Plötzlich Stille. Ist sie gekommen? Eingeschlafen? Nein, sie schnarcht nicht. Sie liegt regungslos auf mir, egal denke ich jetzt, in Ekstase. Ich verschlinge nur noch ohne zu kauen, immer gieriger, dieses zarte Fleisch, so warm, salzig. Ich explodiere.
Am Morgen im Bett, liegt Martha neben mir. Sie macht einen angefressenen Eindruck. Scheiße, das muss aufhören, Wolfgang. Soviel Fleisch, das ist nicht gut. Das nächste Mal esse ich eine Scheibe Brot dazu.
Ich bekam eine Vorladung, drei Tage später, eine Anhörung vor meinem Chef, der Direktion und einem Beisitzer, der für Gertrud S. sprach. Ob ich das öfter mache würde, fing das dann an und „wir danken Ihnen endetete das. Nicht ganz. Nämlich nachmittags lag schon meine Kündigung im Briefkasten. Ich wollte doch nur eine Kurzgeschichte schreiben, meiner Gertrud zuliebe. So eine Geschichte sollte man mal als Film drehen.
Wolfgang isst Gammelfleisch
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