Wolfgangs Vorgeschichte
Der erste Schultag
Ich wachte morgens auf und musste schon früh morgens am Zipfel spielen. August 1968. Dabei hatte ich nicht an diese gelben Minikleider gedacht. Diesmal stand Mama am Bett und faselte was davon, heute sei mein erster Schultag. Also dachte ich mit einem Steifen darf man in die Schule. Wie hat die das gemerkt?
Ich bemerkte in der neuen Wohnung zu sein. Ein Dreckloch. Der Grund warum ich damals Dieter so mochte, er hasste es auch, obwohl er es nicht kannte. Ich schlief bei Mama im Zimmer. Die vielen Zimmer standen fast alle auf, und alles nicht so eng wie bei Oma. Alle schliefen auf dem Boden auf Matrazen. Alle sahen aus wie Mädchen wegen der langen Haare. Mir wuchsen auch schon lange Haare, blind, und zerzaust. In den Zimmern standen viel mehr von diesen italienischen Flaschen, das war gut. Aschenbecher, voll bis oben. Kalter Rauch. Schweiß, Furz und süßer Rauch. Ich suchte erstmal nach den Weinflaschen, wo noch was drin war.
"Los wir müssen zur Schule! Beeil dich!", sagte meine Mutter. War ich das einzige Kind hier? Im Badezimmer stand Ingrid am Zähneputzen. Sie war schon in der 3. Klasse. Sie schaute mürrisch. Als sie mich sah, hellte sich ihr Blick auf und sie spuckte mir die
Zahnpaste ins Gesicht und lachte. Das durfte ich nie. Deshalb war ich verdutzt. Dann spuckte sie einen Mund voll Wasser in mein Gesicht und rannte in ein Zimmer und blickte erwartungsvoll nochmal hinter die Tür. Ingrid! Das war es. Sie war älter als ich, aber ich hatte mich sofort verliebt. Sie roch nicht wie die anderen hier. Mehr nach Creme! Ingrid!
Wir stiegen in den Käfer. "Bist Du schon aufgeregt? Wolfgang? Du das mit Papa...." Wir fuhren durch die Straßen bis vor einen Uraltbau. Warum die den noch nicht abgerissen haben, dachte ich. Im Jahre 2000 wird alles anders, dachte ich. "Wolfgang! Ich rede mir dir, willst Du mich bestrafen?" Ich schaute Sie nur an und fragte: "Kann ich bei Ingrid wohnen bleiben?" Mama verstand mich nicht. Wieso auch. Verkatert. Haare wie ich es anfing zu hassen, nicht so wie die Frauen in den gelben Minikleidchen, nicht so wohlduftend wie Ingrid. "Gib mir einen Kuss." Ich stieg aus. Zum Schultor meiner Grundschule, die ich 5 Jahre besucht habe.
In der Schule begrüsste uns die Rektorin und die Klassenlehrerin. Ich träumte noch von Ingrid und ihrer Creme-Haut und ihrer Zahnpastespucke in meinem Gesicht und fühlte wie mein Herz klopfte. "Wolfgang? Wolfgang!" drang sehr weit weg und dumpf in mein Ohr. Was wollten die? Ingrid!
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